Depression

Was ist eine Depression?

Eine Depression kostet „Lebensqualität“.

Eine Depression beschreibt einen länger andauernden oder wiederkehrenden Zustand seelischer Niedergeschlagenheit, oder auch Aussichtslosigkeit, aus der sich die erkrankte Person normalerweise nicht mehr selbst befreien kann. Sie ist nicht zu verwechseln von „normalen“ Gefühlen der Erschöpfung, Mutlosigkeit und Trauer, die bei konkreten Problemen entstehen. Solche „Stimmungstiefs“ kennt jeder und gehen meist vorüber, sobald die auslösenden Ereignisse verarbeitet sind.

Allgemeines Beispiel: Ärger im Beruf oder im Privatleben

Eine krankhafte Depression dagegen bessert sich unbehandelt in der Regel nicht von selbst. Sie kann völlig unverhofft und unabhängig äußerer Umständen auftreten.

Symptome:
Schlafprobleme – einschlafen, durchschlafen
Verdauungsbeschwerden, Bauch- oder Unterleibskrämpfe
Angst vor einem Herzinfarkt, von daher Vermeidung von Anstrengungen (Treppensteigen)
Schlafstörungen
Übelkeit, Erbrechen, Erhöhte Infektanfälligkeit
Panikstörungen, Zwangsstörungen, Selbstverletzungen und weitere psychische Erkrankungsmuster

Meine persönliche Erfahrung:

Manchmal total vergessen, einen Moment später wieder da, die Depression.
Ohne mich zu beklagen, aber anfänglich waren die ersten Jahre meiner Erkrankung durchaus beschissen!

Zurückblickend möchte ich anmerken, desto früher eine Depression behandelt wird, umso schneller kommt die Lebensqualität zurück, definitiv.

Mir ist bewusst, dass der Weg zur Besserung steinig ist und es lange Zeit dauern kann, bis man sich traut auf die Reise zur Behandlung einer psychischen Erkrankung begibt, ich weiß das, denn bei mir war es nicht anders. Ich wollte mir nicht eingestehen, dass ich unter einer psychischen Erkrankung leide. Obwohl ich nicht alleine war, fühlte mich alleine und verloren. Selbst beim Arzt offen über meine seltsamen Gefühlen und Störungen zu sprechen musste ich erst lernen.

Eine Depression hat viele Gesichter und unterschiedliche Symptome. Eine Depression kann jeder Mensch bekommen. Im Ernst, durch eine Therapie mit medikamentöser Unterstützung, wird umso schneller mit einer Verbesserung seiner Situation rechnen dürfen. Sicherlich gibt es dafür keine 100 % Garantie und manchmal benötigt es auch mehrere Therapieverfahren.

Hilfreich auf jeden Fall ist es, sich gut über die Krankheit zu informieren. Mi der Zeit kommt das „Verstehen“ dazu, warum der Geist und Körper auf diese Art und Weise reagiert – rebelliert.

Ernstgemeinte seriöse Hilfe zu lassen – auch das ist ein Lernprozess. Sich bewusst machen, dass viele Menschen davon betroffen sind. Den richtigen Zeitpunkt nutzen, um in der Öffentlichkeit gelegentlich über seine Depression, Ängsten und Sorgen zu sprechen. Das ist aus heutiger Sicht meine persönliche Empfehlung rein aus meiner Erfahrung, heraus.

Ich bin der Meinung, dass es bei den meisten Menschen sehr lange dauert bis sie über ihr psychisches Leid sprechen wollen, oder können.

Meine Chronik:

Kurz erzählt wie es mir mit Anfang 20 ergangen ist.
Damals vor über 30 Jahren beobachtete ich erstmalig konkrete psychische Veränderung meiner Gedanken und Handlungen. Möglicherweise aus heutigen Rückblick hatte ich in meiner Kindheit schon depressive Ansätze, auch Traumas. Ob es Zufall war, ich weiß es nicht, zudem unterhielt ich mich damals mit einer Person über Psychologie, eigentlich lass die Person ein Buch darüber und mir war das aus reinem Unwissen sehr suspekt. Ich meine damit, dass ich das Thema mehr oder weniger belächelte., „Bleib mir bloß weg mit so einem Dreck“.
Die nette Person betonte dennoch, dass ich mir das Buch doch ein mal anschauen sollte, nun ehrlich gesagt, ich wollte mit diesem Thema (noch) nichts zu tun haben.

In den frühen 90er Jahren zogen meine Eltern und ich in einen anderen Vorort von Mannheim. Diese Zeit war in vielerlei Hinsicht für meine Psyche stressig und die erste Panikattacke mit Todesangst und dem Gefühl durchzudrehen trat eines Abends zum ersten Mal auf. Ich dachte ich hätte einen Herzinfarkt. Ganz in der Nähe gab es eine Arztpraxis und meine Mutter holte den Arzt zur Hilfe.
Der Mediziner erkannte rasch, dass ich eine Panikattacke hatte und hyperventilierte. Er gab mir eine Tüte in der ich ein -und ausatmete, so reichert sich Kohlenstoffdioxid im Blut an, und der pH-Wert des Blutes kann sich in der ausgeatmeten Luft allmählich normalisieren.

Am nächsten Tag ging ich direkt in die Arzt-Praxis zum Checkup, eigentlich ohne Ergebnis. Mein neuer Hausarzt überwies mich auch nicht an einen Facharzt. Ich sollte mehr entspannen, Lorazepam bei Bedarf, also quasi bei erhöhter Aufregung nehmen. Auch eine psychische Behandlung sah der Arzt als nicht angemessen an. Die medizinische Aussage passte mir und ich war ich eigentlich froh darüber, dass keine weiteren Untersuchen stattfanden. Es wird schon wieder vorbei gehen.

Doch es kam natürlich so, wie es kommen musste. Von diesem Punkt an begann meine Karriere als „Vermeidungskünstler“ diverser Alltagssituationen, ich vermied Dinge, die mir plötzlich Angst machten, schlimmer war es, dass ich es als „Arrangement“ an sah und darauf meinen Alltag ausrichtete. Meiner Meinung nach, war meine damalige psychischen Verfassung reif zur Behandlung, aber es dauert noch viele lange Jahre.
Ich überspringe Einfachheitshalber geschätzte 10 Jahre meiner psychischen Odyssee mit wiederkehrenden Panikattacken, Zwängen und Depressionen.

Wer gerne mehr über meine Story erfahren möchte, oder selbst seine Erfahrungen schildern möchte ist herzlich eingeladen sich bei mir zu melden. Deshalb legt einfach los und macht mit. Schreibt einfach eine E-Mail.

Therapie und Medikamente:

Viele Jahre später wechselte ich glücklicherweise den Hausarzt und beim Schildern meiner fortgeschrittenen Symptome läuteten beim Allgemeinmediziner die „Alarmglocken“. Umgehend verordnete er eine medikamentöse Behandlung mit Citalopram, anfänglich 5 mg täglich später auf 30 mg aufgestockt stand auf dem Programm. Zudem Tavor (nicht „davor“ ;-), es ist das pardon zu Lorazepam, zur Beruhigung, insbesondere dann, wenn die Panikattacke zu stark wird. Parallel musste ich dringend einen Facharzt für Psychiatrie aufsuchen und einen geeigneten Psychotherapeuten für eine Verhaltenstherapie finden, am besten bei einigen anrufen, weil Termine schwierig zu bekommen sind, empfahl mir der Arzt eindringlich, man kann es auch als klare Ansage bezeichnen!

Termin beim Psychologen und Psychiater:

Ich telefonierte die Therapeuten ab, einschließlich Psychiater und das war und ist überhaupt nicht einfach. Die Psychologen haben oftmals feste Sprechzeiten zur Terminvereinbarung und keine offenen Öffnungszeiten. Im übrigen ist das einer der angestrengtesten Schritte – nämlich die richtige Hilfe suchen – und Geduld haben, denn es kann schon ein wenig dauern bis man einen Termin bekommt.

Nochmals Geduld ist bei der medikamentösen Behandlung mit Citalopram, oder Escitalopram nötig und gehört dazu, auch wenn es schwer fällt! Die Wirkung tritt nach vier bis sechs Wochen ein, bei mir dauerte es noch länger, vielleicht 8 – 10 Wochen, scheint also bei jedem Patienten unterschiedlich zu sein.

Ablauf zur Verbesserung der Depression:

Man sagt, ein Bild sagt mehr als tausend Worte, deshalb habe ich meine Kernpunkte skizziert. In drei Stufen teile ich den Ablauf meiner Depression ein. Starten wir mit der Selbstbeobachtung, ich spürte natürlich viele zutreffende Eigenschaften die mir deutlich machten, dass ich mich psychisch auf einen schlechten Weg befand. Ein Beispiel war und ist heute noch die Vermeidung mit dem Auto auf die Autobahn zu fahren, weil ich mich u. a. vor Staus fürchte. Eines Tages war der Leidensdruck so was von enorm stark, denn ich war nicht mehr in der Lage beruflich zu verreisen. Darüber sprach ich mit meiner Frau, irgendwann mit meinem Hausarzt. Der Prozess wird von ständiger Kommunikation begleitet, genauso entscheidend ist es die Erkrankung „Verstehen zu lernen“.

Von essentieller Bedeutung ist die Selbstbeobachtung und um Feedback bitten, wie sieht mich mein Gegenüber (Fremdbild), quasi Selbstreflektion und Fremdreflektion erarbeiten, letztlich Mut haben und regelmäßig darüber reden! Positiv und wiederholen.

Erkennen – Mut haben – Hilfe suchen – Geduld haben

Bild: SMark

👀 Die Zeit heilt alle wunden? 👀

Keine Ahnung, zumindest glaube ich, dass es eine Menge Zeit braucht sich seiner Depression bewusst zu werden und das ist wirklich keine Schande, sondern menschlich.

Zusammenfassend: Wie so oft, ohne Fleiß kein Preis !

Von alleine verschwindet m. E. eine über die Jahre aufgebaute, rezidivierende Depression nicht. Ob nun wie bei mir zuerst die Angsterkrankung, Panik, oder auch die Zwangsgedanken vor der Depression entstanden sind ist unklar, Angst und depressive Störung können auch gemischt auftreten.

Mit der richtigen medizinischen Vorgehensweise, damit meine ich psychiatrische Versorgung, psychologische Betreuung, medikamentöse Unterstützungen, verstehen lernen, wie die Psyche tickt, über den Tellerrand schauen, die Erkrankung annehmen, lernen sich auf emotionaler Ebene weiter zu entwickeln. Mit seinem Körper und Geist behutsam umgehen, Achtsamkeit lernen, so meine ich gelang es mir wieder mehr Freude, Spaß und Glück zu empfinden. Das ist mit viel Arbeit verbunden, doch es lohnt sich.

Nicht alle Symptome sind nun dauerhaft weggeblasen und – JA – Rückfälle habe ich auch , sind nicht ausgeschlossen! Jedoch bleibe ich am Ball.

Meine Frau Kerstin & ich

Euer Steffen-Mark