My Story

Hilfe tut gut

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Hilfe zu bekommen tut so gut

Um die Tagesaufgaben anzugehen fehlt mir oftmals der innere Antrieb. Zum Glück bekomme ich in meiner Familie die nötige Unterstützung, insbesondere durch meine Frau. Auch Freunde und Kollegen möchte ich für allerlei Verständnis danken. Die medizinische Seite, also ich nenne sie „Fachexperten“ haben natürlich auch einen riesen positiven Anteil, sodass ich über die Runden komme. Es tut gut, den inneren Druck entweichen zu lassen, die Angst nicht mehr verstecken zu müssen.

Damit die Sonne auch für mich wieder täglich aufging, musste ich erst lernen die Hilfe von Menschen anzunehmen. Dazu gehört auch das am Anfang doch eher vorsichtige Ansprechen der seltsamen negativen Gedanken. Ganz im Ernst können negative Gedanken sehr viel in einem anrichten und dadurch super belastend sein. Darüber reden, Körper und Geist verstehen lernen, Hilfe zulassen, sind wichtige Dinge um halbwegs die Erdung nicht zu verlieren. Welches wiederum ein Thema der Achtsamkeit ist.

Zu meinen Persönlichkeitsmerkmalen zählen schon über 30 Jahre die Angsterkrankung, Panikstörung und Depression. Lange Jahre suche ich schon den sprichwörtlichen „Notausgang“ und in vielen Situationen setzte ich mich durchaus immer in die Nähe des (Not)Ausgangs.

Ich würde mich nicht wundern, wenn Gleichgesinnte und Angehörige von ähnlich betroffenen Menschen sich in meiner Geschichte wieder erkennen, im Sinne von „Aha der Typ hat genau das Gleiche erlebt wie ich“ dann sind wir wenigstens schon zu zweit. Wahrscheinlich sind wir bald mehr, denn über 15 % aller Menschen hatten schon eine längere Angst Episode und litten darunter. Viele wagen es leider nicht darüber zu sprechen, sie fühlen sich hilflos, unsicher und möglicherweise fürchten sie sich um ihre Reputation, also um ihr gesellschaftliches Ansehen, manche wiederum stoßen auf Unverständnis und Ablehnung.

Mit meiner Geschichte möchte ich wie Eingangs gleich auf den Punkt gebracht für mehr Akzeptanz und Sensibilität werben, eine Gemeinschaft aufbauen und mit der Botschaft „Du bist nicht allein“, heute noch klein, aber wir sind auf dem Weg größer zu werden. Unter anderem angelehnt in den USA www.mentalhealthfirstaid.org. Zeichen setzen und sich zu erkennen wagen.

Alles Gute!

Steffen

Ilvesheim im September 2019

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