My Story

Outing

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Outing, nix wie raus mit der Sprache

Die Jahre vergingen, es kam wie es eigentlich kommen musste, eines Tages konnte ich nicht mehr. Die Angst zog meine innere Reißleine. Mir blieb nur noch der Weg zu meinem Hausarzt übrig, ich wollte die scheußliche Erkrankung loswerden. Schon in meiner Kindheit, spätestens in meiner Jugendzeit wäre es sinnvoll gewesen über meine psychische Verfassung  zu sprechen. Jedoch galt in meinem privaten Umfeld die Psychiatrie und Psychologie als reiner Unsinn.
Das Thema war und ist teilweise noch streng tabuisiert, oder auch belächelt. Ein kritisches und schwieriges Thema. Es wurden Sprüche geklopft sinngemäß „bei dem sind doch die Schrauben locker“. Es kommt auch vor, wenn ich erwähne, dass ich eine „GdB“ von .. habe, dass mich die Leute nur verdutzt anschauen und sich wundern, dass sie keine Behinderung erkennen können, LOL.

Als ich damals das Wartezimmer bei meinem Hausarzt betrat, hatte ich Schuldgefühle. Ich habe mir Gedanken gemacht und bildete mir ein, dass die anderen Patienten mir meine negativen Gedanken ansahen. Als ich an der Reihe war und das Behandlungszimmer betrat, fragte mich der Arzt nach meinem Anliegen. Vorsichtig versuchte ich über meine Ängste und Panik zu sprechen. Für mich unerwartet gingen bei ihm sofort die Alarmglocken an. Der Mediziner meinte, dass solche Fälle mittlerweile des öfteren vorkommen. Durch diese Aussage das anscheinend nicht nur ich betroffen bin, sondern viele weitere Menschen auch beruhigte mich ein wenig. Gleiches hörte ich auch später bei meinem Facharzt der Psychiatrie sagen, für den ich eine Überweisung erhielt. Zusätzlich wurden mir noch Medikamente verordnet. Das hauptsächliche Medikament zur tägliche Einnahme ist ein Serotonin-Wiederaufnahme Hemmer und die Wirkung bei so einem Medikamenten setzt erst nach sechs bis acht Wochen ein.

Und das machte mir erst richtig Angst. PSYCHIATRIE, oh Shit und dann eine Einweisung in die „Geschlossene“.

Darüber hinaus kam noch eine weitere Überweisung für einen Psychologen obendrauf. Hinweis vom Arzt war, dass ich mir speziell einen Verhaltenstherapeuten aufzusuchen sollte. Die ganzen medizinischen Informationen überforderten mich erstmals, doch mein Hausarzt unterstrich die Dringlichkeit , gab mir noch den Rat, dass ich am besten mehrere Psychologen anrufen sollte, weil die meisten nicht sofort freie Termine haben.

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