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Lesedauer 4 Minuten
Ersthelfer: Steffen Ehmann

Mentalfirstaid.de (MFA) setzt sich für mentalepsychische erste Hilfe ein und informiert über die psychische Gesundheit.

MFA bietet einen Überblick über die psychische Gesundheit und Möglichkeiten der ersten Hilfe für psychische Gesundheit an. Die bekanntesten psychischen Störungen sind strukturiert beschrieben und durch meine Selbsterfahrung und dem erlernten Wissen anhand des MHFA Ersthelfer – Erste Hilfe Kurs für psychische Gesundheit einfach und verständlich dargestellt.

MFA möchte Betroffenen, Nahestehenden von Betroffenen in Familien, bei Freunden und am Arbeitsplatz ein kostenloses Portal anbieten, sodass eine Früherkennung schneller möglich wird und eine Behandlung rasch eingeleitet werden kann, denn die meisten Menschen haben nur sehr geringe Kenntnisse über psychische Störungen, weshalb psychische Störungen lange unbesprochen – unbehandelt bleiben!


Aus der Sicht eines Betroffenen

Mentalfirstaid.de basiert auf eigener Erfahrung, d. h. das ich psychische Krisen selbst durchlebt habe und möchte nun diese persönlichen Erfahrungen hier zu Verfügung stellen, einfach und leicht verständlich dargestellt, um andere Menschen in ähnlichen Situationen zu unterstützen und zu verstehen.
Betroffene Menschen wünschen sich Akzeptanz, Zuspruch und natürlich über ihre Probleme zu sprechen.
Mentalfirstaid.de bietet dabei Unterstützung zum Beispiel durch Informationen, Erfahrungsberichte, Kontaktadressen und Austausch zur Erhaltung der psychischen Gesundheit.

Mit unserer Innovation MENTAL FIRST AID PRINCIPLE realisierten wir unser Vorhaben, um so der psychischen Gesundheit weitere Transparenz zu ermöglichen. Wenn dich das Thema interessiert, dann findest du bei meiner privaten Chronik meine Erfahrungen dazu. Eigentlich genauso wie es im alltäglichen Leben bei vielen Menschen gleichermaßen vorkommt.

Meine private Chronik:

Vor über 30 Jahren beobachtete ich erstmalig konkrete psychische Veränderung meiner Gedanken und Verhalten. Möglicherweise aus heutigen Rückblick hatte ich in meiner Kindheit schon Stress und dadurch depressive Ansätze, auch Traumas.

Meine erste Panikattacke mit Todesangst und dem Gefühl durchzudrehen schlug eines Abends und urplötzlich ein. Ich dachte ich hätte einen Herzinfarkt. Panisch versuchte ich meinen Eltern zu vermitteln, dass es mir schlecht ging, niemand von uns konnte die Situation einordnen. Glücklicherweise gab es in der Nachbarschaft eine Haus-Arzt-Praxis, somit konnte meine Mutter den Arzt zur Hilfe holen.

Der Mediziner erkannte rasch, dass ich eine Panikattacke hatte, weil ich hyperventilierte gab der Arzt mir eine Tüte in dieser ich ein -und auszuatmen sollte, so reichert sich Kohlenstoffdioxid im Blut wieder an und der pH-Wert des Blutes kann sich in der ausgeatmeten Luft allmählich normalisieren.


Am nächsten Tag ging ich direkt in die nachbarschaftliche Arzt-Praxis zum körperlichen Checkup. Die Untersuchungen waren zum Glück ohne Auffälligkeiten. Der allgemeine Hausarzt überwies mich leider (aus heutiger Erkenntnis) nicht an einen Facharzt (Psychiater), sondern empfahl mir Entspannungsübungen und bei Bedarf Lorazepam kurzzeitig einzunehmen.
Auch eine psychotherapeutische Behandlung (Therapie) sah der Arzt als nicht angemessen an. Durchaus war ich eigentlich froh darüber, dass keine weiteren Untersuchen (Neurologe etc.) eingeleitet wurden. Es wird schon wieder vorbei gehen.
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Doch es kam natürlich so, wie es kommen musste. Von diesem Punkt an begann meine Karriere als „Vermeidungskünstler“ in diversen Alltagssituationen, ich vermied viele Situationen, zum Beispiel einkaufen, weil ich an der Supermarktkasse plötzlich Angst bekam, schlimmer war es, dass ich es mein Verhalten als „harmlos“ einstufte und darauf lässig meinen Alltag danach ausrichtete, selbstverständlich einschränkte!

Meiner Meinung nach, war meine damalige psychischen Verfassung absolut Behandlungswürdig, aber es dauerte noch viele lange Jahre und der Leidensdruck entwickelte sich Schritt für Schritt.

Ich überspringe Einfachheitshalber geschätzte 10 Jahre meiner psychischen Odyssee mit wiederkehrenden Panikattacken, Zwängen und Depressionen.

Therapie und Medikamente:

Viele Jahre später wechselte ich glücklicherweise den Hausarzt und beim Schildern meiner fortgeschrittenen Symptome läuteten beim Allgemeinmediziner die „Alarmglocken“. Umgehend verordnete er eine medikamentöse Behandlung mit Citalopram, anfänglich 5 mg täglich später auf 30 mg aufgestockt stand auf dem Programm. Zudem Tavor, quasi das Pardon zu Lorazepam, zur Beruhigung, insbesondere dann, wenn die panische Phase zu stark wird.
Parallel musste ich mir dringend einen Facharzt für Psychiatrie suchen und einen geeigneten Psychotherapeuten für eine Verhaltenstherapie finden.

TIPP: Am besten bei einigen Psychotherapeuten anrufen, da Termine schwierig zu bekommen sind. Nicht entmutigen lassen und dran bleiben. In der Regel gibt es Sprechzeiten an denen man den Psychotherapeuten persönlich sprechen.

Termin beim Psychologen und Psychiater:

Also rief ich bei sämtlichen Therapeuten und Psychiatern an, dass war überhaupt nicht lustig, wie oben beim Tipp schon erwähnt sind Psychologen schwierig zu erreichen, was darauf schließen lässt, dass es eine große Nachfrage gibt.

Geduldig sein bei der medikamentösen Behandlung mit Citalopram, oder Escitalopram ist Teil der Anwendung, denn die Wirkung tritt erst nach vier bis sechs Wochen ein, das ist aber so gewollt, bei mir dauerte es noch länger, vielleicht 8 – 10 Wochen, unterschiedlich eben, jedoch enorm hilfreich.

Erkennen – Mut haben – Hilfe suchen – Geduld haben – Dran bleiben

#ohnefleißkeinpreis

Von alleine verschwindet m. E. eine über die Jahre aufgebaute, rezidivierende Depression nicht. Ob nun wie bei mir zuerst die Angsterkrankung, Panik, oder auch die Zwangsgedanken vor der Depression entstanden sind ist unklar, Angst und depressive Störung können auch gemischt auftreten.

Psychische Erkrankungen sind menschlich

Mit der richtigen medizinischen Vorgehensweise, damit meine ich psychiatrische Versorgung, psychologische Betreuung, medikamentöse Unterstützungen, verstehen lernen, wie die Psyche tickt, über den Tellerrand schauen, die Erkrankung annehmen, lernen sich auf emotionaler Ebene weiter zu entwickeln. Mit seinem Körper und Geist behutsam umgehen, Achtsamkeit lernen, so meine ich gelang es mir wieder mehr Freude, Spaß und Glück zu empfinden. Das ist mit viel Arbeit verbunden, täglich aufs neue, doch es lohnt sich.

NEIN – nicht alle Symptome sind dauerhaft weggeblasen – JA – Rückfälle habe ich auch , sind nicht ausgeschlossen! Jedoch bleibe ich am Ball.

Klarheit über die eigene psychische Erkrankung bekommen, ist nach meiner Einschätzung ein wesentlicher Beitrag, damit eine verbesserte Lebensqualität erreicht werden kann.

Möchtet Ihr mehr über mich und meinen psychischen Erfahrungen erfahren, berichten, oder selbst Eure Erlebnisse schildern, nur zu, schreibt mir einfach eine E-Mail..

Euer
Steffen Ehmann